Beilage 1935/2009 zum kurzschriftlichen Bericht
des Oö. Landtags, XXVI. Gesetzgebungsperiode



Bericht

des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport
betreffend die mehrjährige Verpflichtung des Landes Oberösterreich zur Kostenbeteiligung an den Studiengängen in den Fachhochschulstandorten in Oberösterreich


[Landtagsdirektion: L-513/13-XXVI,
miterledigt Beilage 1900/2009]


I. Die FH OÖ Studienbetriebs GmbH führt in Oberösterreich die Studiengänge an den Fachhochschulstandorten.
Für folgende sich im Re-Akkreditierungsverfahren bzw. im Umbau vom Diplomstudium in das gestufte Bachleor/Master-System befindliche und im Herbst 2009 bzw. 2010 startende Studiengänge an den angeführten Standorten, ist eine Finanzierungszusage des Landes Oberösterreich zur Erfüllung der Akkreditierungsvoraussetzungen gem. § 12 FHStG als Nachweis der gesicherten Finanzierung zu erbringen.

a) FH Campus HAGENBERG


Kommunikation, Wissen, Medien (KWM)

Master-Studiengang aus der Überführung des Diplomstudiengangs Engineering für computerbasiertes Lernen in das gestufte Ba/Ma-System (der Ba-StG Kommunikation, Wissen, Medien läuft seit 2006)

Dauer: 4 Semester (2 Jahrgänge) Studienplätze pa: 15

Start: ab Oktober 2009 Organisationsform: Vollzeit

Online-Medien spielen in Konzepten und Strategien der Kommunikation von und in Organisationen eine zunehmende Rolle. Um innovative Lösungen in Public Relations und Wissensmanagement zu gestalten, fördert der KWM Masterstudiengang insbesondere die Entwicklung von Designkompetenz. Absolventinnen und Absolventen sind ExpertInnen der Kommunikation von Wissen und Informationen mit Online-Medien und in der Gestaltung, Unterstützung und Optimierung von Kommunikationsprozessen, -strukturen und interaktiven digitalen Systemen in einem sich stetig wandelnden Kontext. Sie verfügen über die Kompetenz, Veränderung systematisch forschend zu verstehen und Veränderung verantwortlich mitzugestalten. Organisationales Lernen und die endnutzerzentrierte Entwicklung von Technologien bilden Eckpunkte in diesem Feld, ebenso wie das Verstehen von Medienkultur und Mediennutzung und die Konzeption von Medienprodukten und mediengestützter Kommunikation (mit Schwerpunkt Online-Medien).

 

Software Engineering (SE)

Re-Akkreditierung auf Grund sehr positiver Evaluierung

Bachelor-Studiengang

Dauer: 6 Semester (3 Jahrgänge) Studienplätze pa: 75
Start: ab Oktober 2009 Organisationsform: Vollzeit + berufsbegleitend


Das Studium Software Engineering schafft die Voraussetzungen mit modernen Konzepten und Tools, bewährte Methoden, Teamarbeit und der Einbeziehung von Business-Aspekten, dass die Software in vielen Bereichen unseres Lebens (Handy, Auto, PC etc.) funktioniert. Den Studierenden stehen nach dem ersten Studienjahr drei Vertiefungsmodule zur Auswahl: Business Software und Medizininformatik, Web Engineering. Im Zentrum des Software Engineerings steht jedenfalls der Software-Entwicklungsprozess über all seine Phasen hinweg und das sowohl in den technischen Belangen (was z.B. im Kern die Programmierung betrifft), als auch in betriebswirtschaftlich/organisatorischer Hinsicht (was z.B. die Planung und das Management dieses Prozesses betrifft). Die AbsolventInnen verfügen über fundierte technische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse der Problemanalyse, des Entwurfs und der Implementierung, der Bewertung, der Auswahl und der Anpassung sowie des Einsatzes und der nachfolgenden Wartung und Weiterentwicklung von Software in allen Anwendungsbereichen. Software Engineering wird dabei als Problemlösung durch Einsatz modernster Softwareentwicklungs-Methoden und Werkzeuge verstanden, wobei der gesamte Softwareentwicklungszyklus (also alle seine Phasen) abgedeckt und der technisch/betriebswirtschaftliche sowie der organisatorische Kontext berücksichtigt wird.

 

Sichere Informationssysteme (SIM)

Re-Akkreditierung auf Grund sehr positiver Evaluierung

Master-Studiengang

Dauer: 4 Semester (2 Jahrgänge) Studienplätze pa: 15
Start: ab Oktober 2009 Organisationsform: Vollzeit

Der Masterstudiengang Sichere Informationssysteme/Secure Information Systems (SIM) bietet eine vertiefende Ausbildung im Sicherheitsbereich, speziell in den Bereichen Netzwerke, Forensik, Kryptographie und Law & Experts. Die Studierenden werden im Bereich der Netzwerke und Netzwerksicherheit in fortgeschrittenen Themen der Angriffserkennung und -abwehr und in speziellen Routingprotokollen ausgebildet. Die Ausbildung im Bereich Organisation hat primär das Ziel, das organisatorische Potenzial der Studierenden zu entwickeln und gleichzeitig praktische Umsetzungskompetenz zu vermitteln. In diesem Zusammenhang bilden das Modul Informationsmanagement mit den beiden Teilen Risikomanagement und Sichere Unternehmensorganisation sowie die angegliederten Lehrveranstaltungen zu Rechtsthemen wesentliche Stützpfeiler der Masterausbildung.

 

Hardware-Software-Design (HSD)

Re-Akkreditierung auf Grund sehr positiver Evaluierung

Bachelor-Studiengang

Dauer: 6 Semester (3 Jahrgänge) Studienplätze pa: 40
Start: ab Oktober 2009 Organisationsform: Vollzeit


Die Ausbildung im Studiengang konzentriert sich auf den Entwurf und die Entwicklung informationstechnischer Systeme, wobei die enge Verknüpfung von Hardware mit Software besondere Berücksichtigung findet. Der Studiengang bildet ExpertInnen für den computerunterstützten - Hardware/Software-übergreifenden - Systementwurf aus. Die AbsolventInnen beherrschen die Anwendung von modernen Methoden und Werkzeugen des Systementwurfs in allen Phasen der Entwicklung hybrider Hardware/Softwaresysteme. Sie besitzen fundierte Kenntnisse in den verschiedensten Bereichen der Hard- und Software.


Digital Arts (DA)

Re-Akkreditierung des Studiengangs Digitale Medien auf Grund sehr positiver Evaluierung und Überführung in künftig zwei voneinander getrennte Masterstudiengänge Digital Arts und Interactive Media.

Dauer: 4 Semester (2 Jahrgänge) Studienplätze pa: 12
Start: ab Oktober 2009 Organisationsform: Vollzeit

Das Masterstudium "Digital Arts" ist ein technisch-gestalterisches Studium mit den Schwerpunkten Computeranimation, Bewegtbild und Games. Die Absolventen sind Experten in der Medienproduktion und sind mit den für die Praxis erforderlichen kreativen, gestalterischen und technischen Kenntnissen ausgestattet. Klein- und Mittelbetriebe setzen vor allem auf Allround-Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter, was durch die Ausbildung zum Medientechniker/-designer und das konsekutive, erweiternde Masterstudium gewährleistet wird. Durch die individuelle Vertiefungsmöglichkeit kommen aber auch größere Betriebe in Frage, die für jeweilige Bereiche spezialisierte Mitarbeiter suchen. Je nach Talent und Interesse des Studierenden können vor allem im selbstständigen Arbeiten an Projekten die nötigen Erfahrungen gesammelt werden, um einen angemessenen Spezialisierungsgrad für größere Unternehmen zu erlangen.

 

Interactive Media (IM)

Re-Akkreditierung des Studiengangs Digitale Medien auf Grund sehr positiver Evaluierung und Überführung in künftig zwei voneinander getrennte Masterstudiengänge Digital Arts und Interactive Media.

Dauer: 4 Semester (2 Jahrgänge) Studienplätze pa: 24
Start: ab Oktober 2009 Organisationsform: Vollzeit



Das Masterstudium "Interactive Media" ist ein vorwiegend technisches Studium mit den Schwerpunkten Interaktion, Game-Development und Online-Medien. Die Absolventen sind Experten in der Konzeption und Umsetzung und sind mit den für die Praxis erforderlichen technischen und organisatorischen Kenntnissen ausgestattet. Das Studium ermöglicht die individuelle Spezialisierung in Form von Wahlmodulen und einem hohen Projektanteil. Besondere Chancen bestehen für die Absolventen in jenen Bereichen, wo sie die kombinierten Kenntnisse in der Technik, Gestaltung und Organisation optimal ausspielen können.


Medizin- und Bioinformatik (MBI)

Änderungsantrag zum bestehenden Studiengang Bioinformatik

Bachelor-Studiengang

Dauer: 6 Semester (3 Jahrgänge) Studienplätze pa: 30
Start: ab Oktober 2009 Organisationsform: Vollzeit

 

Medizinische Versorgung und biomedizinische Forschung sind ohne den Einsatz moderner Informationstechnologie nicht mehr möglich. Die Medizininformatik behandelt alle Aspekte des Einsatzes moderner Informationstechnologie im Gesundheitswesen zur optimalen Versorgung der Patienten. Die Bioinformatik unterstützt die biomedizinische Forschung mit intelligenter Software zur Suche nach krankheitsauslösenden Genen für die Entwicklung von Medikamenten oder zur Simulation von Lebensvorgängen. Unter dem Begriff "Medizininformatik" werden alle Aspekte des Einsatzes moderner Informationstechnologie im Gesundheitswesen und der klinischen Medizin zusammengefasst. Unter dem Begriff "Bioinformatik" wird ein immer breiter werdendes Feld an mathematischen und computerwissenschaftlichen Verfahren subsumiert, die das Design von Datenbanken zur Verwaltung von biologischen Daten ebenso umfassen, wie komplexe statistische Methoden zum Aufspüren von Mustern in molekularbiologische Daten, Algorithmen zur Analyse von Proteinstrukturen, oder aber systembiologische Verfahren, die auf die Simulation von biologischen Prozessen oder ganzen Organismen abzielen.

 

b) FH Campus WELS

Öko-Energietechnik (OET)

Master-Studiengang aus der Überführung des Diplomstudiengangs Öko-Energietechnik in das gestufte Ba/Ma-System (der Ba-StG Öko-Energietechnik läuft seit 2006)

Dauer: 4 Semester (2 Jahrgänge) Studienplätze pa: 32
Start: ab Oktober 2009 Organisationsform: Vollzeit

Der Master-Studiengang ÖKO-Energietechnik ermöglicht den Absolventen technischer Bachelorstudiengänge eine qualifizierte Vertiefung in Richtung energieeffiziente und umweltfreundliche Verwendung von Energie in Gebäuden und Anlagen. Er bietet eine innovative Ausbildung im ökologischen, technischen und betriebswirtschaftlichen Bereich. Im Rahmen des Studiums besteht die Möglichkeit, sich auf einen der Zweige Gebäudeoptimierung oder Solartechnik zu spezialisieren. Projektorientiertes Lernen sorgt für den entsprechenden Umsetzungs- und Praxisbezug und die Möglichkeit zusätzliche Eigenschwerpunkte zu setzen.

 

c) FH Campus STEYR

Prozessmanagement Gesundheit (PMG)
Re-Akkreditierung auf Grund sehr positiver Evaluierung
Bachelor-Studiengang
Dauer: 6 Semester (3 Jahrgänge) Studienplätze pa: 40

Start: ab Oktober 2009 Organisationsform: Vollzeit + berufsbegleitend

Die Studierenden werden darauf vorbereitet, in allen Bereichen des Gesundheitswesens eine Schlüsselfunktion in der innovativen Gestaltung von Diagnose- und Behandlungsprozessen einzunehmen. Die angehenden ProzessmanagerInnen erhalten eine fundierte Basisausbildung in Gesundheitswissenschaften und Betriebswirtschaft. Mit dem Know-how des Prozessmanagements werden schon heute in vielen Einrichtungen des Gesundheitswesens Qualitäts- und Prozessabläufe standardisiert und weiter entwickelt. Dies gilt neben den Dienstleistungsunternehmen im Gesundheitswesen auch für alle anderen Unternehmen in der Wertschöpfungskette des Gesundheitssektors. Das Wissen um Prozessmanagement gepaart mit dem Wissen um die spezifischen Anforderungen des Gesundheitssystems ist ebenso für eine erfolgreiche Produktentwicklung und Dienstleistung von der Medizintechnik bis hin zur Pharmaindustrie erforderlich.

 

d) FH Campus LINZ

Sozial- und Verwaltungsmanagement (SVM)
Re-Akkreditierung auf Grund sehr positiver Evaluierung
Bachelor-Studiengang

Dauer: 6 Semester (3 Jahrgänge) Studienplätze pa: 60
Start: ab Oktober 2009 Organisationsform: berufsbegleitend

Der Bachelor-Studiengang Sozial- und Verwaltungsmanagement vermittelt relevantes Fachwissen für zwei berufliche Tätigkeitsfelder, die einander teilweise überschneiden. Basierend auf einer gemeinsamen Grundausbildung, die sozial- und humanwissenschaftliche Grundlagen, betriebswirtschaftliche Grundlagen sowie die Stärkung persönlicher und sozialer Kompetenzen bietet, werden spezifische Kompetenzen für die Handlungsfelder "Management in der Sozialwirtschaft" und "Management öffentlicher Dienstleistungen" vermittelt. AbsolventInnen des Studienzweigs Sozialmanagement werden tätig sein in diversen Stabstellen sozialwirtschaftlicher Unternehmen, wie Personalmanagement und Personalentwicklung, Controlling, Organisation und Organisationsentwicklung etc. AbsolventInnen des Studienzweigs Management öffentlicher Dienstleistungen übernehmen Expertenfunktionen in Aufgabenbereichen von kleineren und mittelgroßen Gemeindeverwaltungen sowie im Management von öffentlichen Unternehmen bzw. ausgegliederten Betrieben.


Soziale Arbeit (SO)

Master-Studiengang aus der Überführung des Diplomstudiengangs Sozialarbeit in das gestufte Ba/Ma-System (der Ba-StG Soziale Arbeit läuft seit 2007)
Master-Studiengang

Dauer: 4 Semester (2 Jahrgänge) Studienplätze pa: 30
Start: ab Oktober 2010 Organisationsform: berufsbegleitend

Der Masterstudiengang Soziale Arbeit baut auf die im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit bzw. die in den Akademien für Sozialarbeit erworbenen Kompetenzen auf und vertieft diese. Der Masterstudiengang dient einem wissenschaftlich und fachlich vertiefenden Studium der Sozialen Arbeit unter besonderer Berücksichtigung der Vermittlung von interkultureller Kompetenz. Der geplante Masterstudiengang qualifiziert für komplexe exekutive Aufgaben, sowie leitende Funktionen in allen Tätigkeitsfeldern der Sozialen Arbeit. Er vermittelt eine vertiefte, wissenschaftlich reflektierte Fachlichkeit und setzt einen Schwerpunkt im Bereich interkulturelle Soziale Arbeit.


II. Die FH OÖ Studienbetriebs GmbH hat die in der Subbeilage ersichtlichen Berechnungen über die voraussichtlichen Kosten und die erwarteten Kostenbeteiligungen vorgelegt.


Aus der Subbeilage gehen die auf den Bund und das Land Oberösterreich und die Gemeinden entfallenden Kostenanteile hervor.


Zur Sicherung der Kostenbeteiligung des Bundes an den Kosten der Studiengänge ist nach § 26 Z. 8 der Haushaltsordnung des Landes Oberösterreich hinsichtlich der Mehrjahresverpflichtung ein Beschluss des Oö. Landtages herbeizuführen.

 

III. Bei den vom Land Oberösterreich bereitzustellenden, aus der Subbeilage im Detail ersichtlichen Landesbeiträgen handelt es sich um Maximalbeiträge, die bis zum Jahr 2015 reichen. In den Folgejahren werden nach Zustimmung des Fachhochschulrates die Studiengänge verlängert, neu konzipiert oder eingestellt. Die Landesbeiträge sind dann jeweils neu zu bewilligen.

 

IV. Der Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport beantragt, der Hohe Landtag möge die Oö. Landesregierung ermächtigen zur Förderung der neu beginnenden bzw. fortzusetzenden Studiengänge

 

- FH Campus HAGENBERG

- Kommunikation, Wissen, Medien (KWM)

- Software Engineering (SE)

- Sichere Informationssysteme (SIM)

- Hardware-Software-Design (HSD)

- Digital Arts (DA)

- Interactive Media (IM)

- Medizin- und Bioinformatik (MBI)

- FH Campus WELS

- Öko-Energietechnik (OET)

- FH Campus STEYR

- Prozessmanagement Gesundheit (PMG)

- FH Campus LINZ

- Sozial- und Verwaltungsmanagement (SVM)

- Soziale Arbeit (SO)

die entsprechenden Landesmittel in den Jahren

2009

1.318.307

2010

5.603.587

2011

6.549.669

2012

6.642.497

2013

7.013.901

2014

5.637.096

2015

167.391

Summe

32.932.448

als Maximalbeiträge bereitstellen.

Subbeilage


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Linz, am 25. Juni 2009

Dr. Aichinger

Stanek

Obmann

Berichterstatter



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